Der richtige Zeitpunkt für Hochzeitsfotos – Brautwahn berät…

Davor, Danach oder sowieso erst Später?

Eine nicht ganz unberechtigte Frage, liebe Brautpaare…

Zeitstreß auf der eigenen Hochzeit kann schnell dazu führen, dass Ihr Euren Tag nicht mehr wirklich genießen könnt - eine gründliche Beratung und Planung über den richtigen Zeitpunkt für die Hochzeitsfotos kann Abhilfe schaffen. Illustration: Viola Konrad (c) Viola Konrad

Zeitstreß auf der eigenen Hochzeit kann schnell dazu führen, dass Ihr Euren Tag nicht mehr wirklich genießen könnt – eine gründliche Beratung und Planung über den richtigen Zeitpunkt für die Hochzeitsfotos kann Abhilfe schaffen.
Illustration: Viola Konrad
(c) Viola Konrad

Früher oder später kommt sie bei jedem Brautgespräch auf den Tisch – wann genau machen wir eigentlich die Hochzeitsfotos, das Paarshooting, in dem individuelle Portraits des Brautpaares entstehen? Ihr wisst schon, der Klassiker für die Oma, das Lieblingsbild für den Schreibtisch und das Süße von uns beiden für den Geldbeutel…DAS Hochzeitsfoto quasi.

Eine Frage, die in der Tat nur leicht zu beantworten ist, wenn Du ohnehin schon genau weißt was Du willst – dann gibt es keine Diskussion. Meist sind das eher die traditionell und romantisch veranlagten Mädels, die um nichts in der Welt auf ihren großen Auftritt, gleichzeitig den unwiederbringlichen Moment verzichten möchten, an dem Sie ihr zukünftiger Ehemann zum ersten Mal als seine Braut erblickt, nämlich dann, wenn der Papa sie stolz zum Altar führt…Wer diesen Traum schon als kleines Mädchen hatte, wird ihn um nichts in der Welt hergeben wollen, die Hochzeitsfotos werden in diesem Fall nach der Trauung gemacht, denn der Bräutigam soll seine Braut auf keinen Fall vor der Trauung sehen. Ein wunderschöner Gedanke, doch auch hier gilt, kein Vorteil ohne Nachteil. Der Nachteil dieses Procederes besteht dann wohl darin, dass die offiziellen Hochzeitsfotos eben nach der Trauung gemacht werden. Das heißt, sie müssen in Euren Tagesablauf integriert werden, und das bestmöglich, was erneut einige Fragen aufwerfen dürfte:

Wo ist unsere Wunschlocation dafür? Ganz in der Nähe der Kirche oder des anschließenden Hochzeitsempfangs/ggf. Sektempfangs oder müssen wir mit dem Auto extra hinfahren, also zusätzliche Zeit einrechnen?

Am praktischsten ist es natürlich wenn die Orte des Geschehens so nah beieinander liegen wie möglich, so dass jede Station des Tages nahezu nahtlos in die Nächste übergeht.

Wie lange dauert so ein Shooting eigentlich?

Erfahrungsgemäß dauert ein Brautpaarshooting/Hochzeitsshooting ca.1 Stunde, was ohnehin recht knapp bemessen ist. Diese Stunde solltet Ihr einrechnen, so dass an der ausgesuchten Location ca. 3-4 unterschiedliche Sets fotografiert werden können, d.h. unterschiedliche Bilder entstehen, die dann ggf. Eure Hochzeitsreportage abrunden.

Innerhalb einer kompletten Hochzeitsreportage haben die Portraits des Brautpaares oft keinen so großen Stellenwert wie für diejenigen Brautaare, die sich ausschließlich für das Brautpaar-Shooting einen Fotografen buchen, und keine weiteren Aufnahmen vom Profi möchten. Innerhalb der Hochzeitsreportage stellt das Brautpaar-Shooting eine Station unter den wichtigsten Geschehnissen des Tages dar, wobei der Gesamteindruck des Tages im Vordergrund steht, d.h. ein lückenloser Überblick mit wunderschönen Impressionen über den gesamten Tag. Das kann und muss jeder so halten wie er es möchte.

Was aber, wenn für Euch beide ein lückenloser Ablauf der Feierlichkeiten und Kontakt mit Euren Gästen im Vordergrund steht? Sich die Stunde für Hochzeitsportraits auf Teufel komm raus nicht mehr ins Geschehen flicken lässt und Ihr das auch gar nicht wollt?

Dann würde ich Euch empfehlen die offiziellen Hochzeitsfotos vor der Trauung zu machen. Vielleicht seid Ihr ja ohnehin nicht die großen Romantiker und könnt auf den Moment des ersten Blickkontakts in der Kirche/Standesamt verzichten. Es ist übrigens immer ein wunderschöner Moment wenn das Brautpaar beispielsweise gemeinsam einmarschiert.

In diesem Fall treffen wir uns ca. 2,5 Stunden vor der Trauung (bei naheliegender Location zu Kirche/Standesamt) in bereits voller Montur für die Aufnahmen. Aber: Bitte unterschätzt die Stunden vor der Trauung nicht, es kann durchaus stressig werden! Möglicherweise habt Ihr nachts schlecht geschlafen, das Frühstück ging nicht runter, die Nervosität im Schlepptau…kein Hindernis, dennoch sollte es erwähnt sein. Im besten Fall bringt Ihr dann auch die Ringe mit, damit sie in die Fotos integriert werden können – und liebe Bräute, bitte vergesst die Ersatzschuhe nicht! Denn sind wir einmal z.B. im Park unterwegs gewesen, möchtet Ihr mit diesen Schuhen die Kirche lieber nicht betreten 🙂

Die Schuhe vor der Trauung zu wechseln ist kein Problem, doch was ist mit meinem Brautkleid?

Dieser Punkt ist ein klarer Nachteil, wenn Ihr Euch für Portraits vor der Trauung entscheidet. Ich habe zwar immer was zum Unterlegen dabei, aber, liebe Bräute, so ehrlich müssen wir sein, wir sind in der Gestaltung der Bilder nicht ganz so frei wie nach der Trauung oder gar an einem anderen Tag. Ein Beispiel: Ich liebe Gegenlichtaufnahmen in der sommerlichen Blumenwiese! Ruhige, romantische Aufnahmen, unglaublich schön…ich würde sagen vor der Trauung gar nicht, nach der Trauung nur bedingt möglich – je nachdem wie schmerzfrei Ihr bei Blütenstaub oder gar kleinen Grasflecken im Brautkleid seid, diese können schon bei geringster Bewegung entstehen. Wie gesagt, Kleinigkeiten nachzubessern ist kein Problem, die Schuhe können gewechselt werden, wenn wir ca. 1 Stunde vor der Trauung mit den Aufnahmen fertig sind ist immer noch Zeit sich die Haarnadeln nochmal festzustecken, den Lidstrich nachzuziehen und ein wenig auszuruhen. Nach der Trauung genießt Ihr dann ein lückenloses Zusammensein mit Euren Gästen.

Und dann gibt es da noch eine dritte Varinate – welche wäre das?

Ja, diese Variante ist die unkomplizierteste aller Möglichkeiten, wenn Eure offiziellen Hochzeitsfotos einfach an seinem anderen Tag gemacht werden. Da haben wir die Chance die ‚wahnsinnigsten‘ Dinge zu planen und auch umzusetzen. Ich freue mich immer riesig wenn ein Paar sich für diesen Weg entscheidet. Ich habe mir mittlerweile eine Ideensammlung angelegt, für den Fall wenn Ort und Zeit keine Rolle spielen…In den USA momentan total im Trend „Trash the dress“ – das Brautpaar geht in vollem Aufzug Baden oder die Braut bucht mit Ihrem Jetzt-Ehemann eine zünftige Moorpackung, indem sich beide unaufhaltsam im Schlamm wälzen, das Kleid zerreißen, zerschneiden etc. Nun ja, im Grunde gilt: Jeder wie er’s mag 🙂 Brautwahn versucht Euch selbstverständlich alle Wünsche zu erfüllen und so gut es geht dabei zu unterstützen, aber mein persönlicher Favorit ist diese Art von Brautshooting nicht, muss ich ehrlicherweise zugeben. Das meinte ich auch nicht wirklich mit ‚wahnsinnig‘…Es gibt so viele, unglaublich verrückte Dinge die wir im Rahmen eines After-Wedding Shootings zusammen künstlerisch oder, auch sehr gefragt, minimalistisch im Retro-Style, in Szene setzen können, ohne sich dabei im Dreck rollen zu müssen – bitte sprecht mich einfach an, ich habe jede Menge Ideen auf Lager, die ich irgendwann umgesetzt haben möchte! Aber natürlich kann ich sie an dieser Stelle nicht verraten 🙂

Ein weiterer Vorteil dieser Variante: da wir gezielt planen können, haben wir zur Umsetzung unserer Ideen ganz bestimmt tolles Wetter! Oder auch nicht, je nachdem was wir gerade brauchen…Auch hier gilt, kein Vorteil ohne Nachteil: es ist halt nicht mehr DIESER EINE Tag…Womöglich möchtest Du Dir auch die Haare und das Makeup nochmal machen lassen, was zusätzlichen Aufwand bedeutet. Einige Paare entscheiden sich bewusst für diese Variante des Shootings, sollte es am Hochzeitstag wie aus Kübeln regnen. Das wichtigste hierbei: es muss vorher klar geregelt sein, wie wann verfahren wird. Für alle Vorgehensweisen am Hochzeitstag gilt: leider muss man in unseren Breitengraden immer damit rechnen, dass einem das Wetter einen gehörigen Strich durch jede Planung machen kann! Das Wetter spielt also immer eine Rolle. Ziehen wir bei Regen durch oder weichen wir dann aus? Wenn ja wohin, und wann? Und wie können wir den Regen in die Bilder integrieren?

Liebe Brautpaare, Ihr seht, es gibt einige Faktoren die ein Hochzeitsshooting beeinflussen können. Wünsche, Vorstellungen und Traditionen kommen hinzu und werfen plötzlich Fragen über Fragen auf…wahrscheinlich habe ich Euch hier auch noch nicht alles beantworten können, aber vielleicht einen kleinen Denkanstoß geben können. Bei Brautwahn gehen wir alle Eventualitäten durch, gerne berate ich Euch individuell wann und wie ein offizielles Hochzeitsshooting stattfinden kann – solange bis Ihr Euch mit der Lösung wohlfühlt und vor allem auch Spaß daran habt!

Und nun noch ein heißer Tipp für Euch: bestimmt ist Euch das süße Artikelfoto aufgefallen. Diese Illustration hat Viola Konrad für mich gemacht, eine unglaublich talentierte Kollegin (berufserfahrene Mediengestalterin) und einer der liebsten Menschen, die ich kenne.

Habt Ihr schon mal darüber nachgedacht eigens für Euch gezeichnete Einladungskarten zu versenden oder die Tische mit individuell gezeichneten Tischkärtchen zu verschönern? Auch als kleine Anhängerchen für Gastgeschenke kann ich mir manuell erstellte Scribbles und Zeichnungen sehr gut vorstellen. Jedes Brautpaar hat seine eigene Geschichte mit unvergesslichen Highlights… Viola zeichnet gern Eure Wunschmomente für Euch, ganz egal ob Vintage, moderne Hochzeit oder alternativ, damit ist Euch ein ganz besonderes Special sicher! Es wird demnächst noch einen gesonderten Artikel über Viola Konrad und Ihre Zeichnungen geben, aber wer vorab schon mal Interesse hat, kann sich gern mit Viola in Verbindung setzen: viola.ravioli@gmail.com

Ich finde übrigens ich bin besonders gut getroffen 🙂

Auf bald!

Eure Martina Kalaba

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© Text : Martina Kalaba, Illustration: Viola Konrad

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