“1x Gänsehaut bitte! – das Geheimnis gelungener Hochzeitsfotografie” – Brautwahn erzählt…

Bezaubernde Hochzeitsfotos

Kennt Ihr das? Ihr seht ein Foto und habt diesen „ich weiß gerade nicht warum, aber trotzdem bezaubernden, fast Gänsehaut-Moment“?

Eine meiner Bräute der letzten Saison sagte plötzlich zu mir: „Ich weiß auch nicht, Deine Bilder sind einfach irgendwie anders, sowohl im Vergleich mit anderen als wir auf der Suche nach einem Fotografen waren, als auch jetzt wieder, wo ich meine Bilder vor mir sehe.“ Ein sehr großes Kompliment, das sie mir damit gemacht hat.

Genau diese Momente sind sooo wichtig. Für mich auch, ja ;), aber vor allem für Euch als Brautpaar!

Schließlich ist es die Aufgabe eines Fotografen genau solche Momente in seinen Bildern zum Ausdruck zu bringen, sie sprechen zu lassen. Sonst könnte ja auch Onkel Reinhardt die Bilder ganz easy schießen…

Woran liegt es, dass man es manchmal schafft diese Momente zu erwischen?

Alle diejenigen, die selbst fotografieren, werden wissen wovon ich spreche:

Ich kann mein Foto, ganz grob formuliert, durch 3 Faktoren von außen beeinflussen – und ich meine damit die Faktoren, die ich selbst steuern kann: meinen Standpunkt, meine Kameraeinstellungen (in Abhängigkeit vom vorhandenen Licht) und meinen Auslösemoment.

Bezüglich des Standpunktes, muss ich manchmal den Fleck nehmen, der mir zugewiesen wird, z.B. in der Kirche, selbstverständlich bin ich immer abhängig von Gästen und deren Verhaltensweisen und den momentanen Abläufen, sehr oft jedoch kann ich ihn frei wählen. Ich muss gestehen, ich entscheide ihn manchmal bewusst, abhängig von meinem Konzept im Kopf, abhängig von guten Erfahrungen, die ich gemacht habe, manchmal aber entscheidet mein Bauch wo er stehen mag. Ein richtig oder falsch gibt es dabei nicht wirklich, außer du fotografierst alles von hinten.

Meine Kameraeinstellung entscheidet im Wesentlichen über die (vorläufige) Helligkeit des Bildes und über dessen Tiefenschärfe – die Romantik kommt ins Spiel…möchte ich einen scharfen Hintergrund oder soll er mehr/oder auch weniger unscharf sein? Was wünscht sich mein Paar? Diese Entscheidung ist oft in Sekunden – Schnelle zu treffen, schließlich möchte ich nicht die ganze Situation in ein und derselben Stimmung einfangen (z.B. Trauung) also muss ich meine Einstellungen kurzfristig ändern…immer in Abhängigkeit von örtlichen Gegebenheiten…

Aber wann ist der richtige Moment zum Auslösen?

Denn davon hängt im Wesentlichen Eure Gänsehaut ab. Dieser sogenannte „richtige Moment“ beginnt in mir selbst, ja, er beginnt im Fotografen selbst. Er beginnt mit meiner inneren Einstellung – meiner Einstellung zu Euch, meiner Tagesform, meiner momentanen Stimmung, meiner Einstellung zu meiner Arbeit generell, meiner Aufmerksamkeit, meinem Pflichtbewusstsein etc. All diese Punkte bestimmen ihn, den „richtigen Moment“ – der große Rest ist und bleibt mein Bauchgefühl.

Diesen Moment zu finden, gelingt mir nicht, indem ich einfach da bin und stur den Ablauf der Geschehnisse fotografiere, die ohnehin jeder sieht – und ich glaube das ist entscheidend für den großen/kleinen Unterschied: Diese Momente befinden sich nicht an der Oberfläche! Sie haben nichts zu tun mit der Nervosität des Brautpaares und deren „hoffentlich klappt alles – Gedanken“. Nein, sie müssen herausgekitzelt werden, du musst auf sie warten, vielleicht muss ich sie auch irgendwo abholen, es ist ein bisschen wie beim „Lesen zwischen den Zeilen“, egal ob in der Kirche, im Standesamt oder während der Paaraufnahmen. Ich erkenne subjektiv einen intimen/spannenden/lustigen/ was auch immer-Moment, den ich eigentlich eher wie ein Gefühl und nicht wie einen verkopften Moment beschreiben möchte- das Auslösen erfolgt daraufhin fast wie ein Reflex. Glück? Auch. Manchmal entscheide ich mich bewusst auszulösen, manchmal passiert es unbewusst. Manchmal kommt eine unverhoffte Bewegung des Motivs ins Spiel, möglicherweise muss ich mich entscheiden ob ich in diesem Moment mit einem gewissen Grad an Bewegungsunschärfe leben kann – der Moment bzw. das Bild trotzdem wunderschön sein!

Und wenn es mir gelingt diesen Moment für Euch, Eure Familie & Freunde, Kinder und Kindeskinder mitzunehmen, dann habt Ihr es meist gar nicht gemerkt. Das macht Fotos immer schön natürlich…

Hinzu kommen unsere unterschiedlichen Standpunkte, Blickwinkel, und der ganze Summs, den man im Prinzip Lernen kann, auf den es meiner Meinung nach aber weniger ankommt.

Jetzt kennt Ihr mein persönliches Geheimnis um authentische Bilder, die manchmal „einfach irgendwie anders sind“. Bilder, die Gefühle festhalten, und noch Jahre später ein Lächeln ins Gesicht zaubern, weil sie einfach wahnsinnig echt sind …

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Lieben Dank fürs Zuhören!

Eure Martina

©Text und Bild: Martina Kalaba

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